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Beratende Berufe

Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 10 GwG zählen Rechtsanwälte, Kammerrechtsbeistände, Patentanwälte und Notare dann zum Kreis der Verpflichteten, wenn sie:

„[…] für ihren Mandanten an der Planung oder Durchführung von folgenden Geschäften mitwirken:

aa) Kauf und Verkauf von Immobilien und Gewerbebetrieben

bb) Verwaltung von Geld, Wertpapieren oder sonstigen Vermögenswerten

cc) Eröffnung oder Verwaltung von Bank-, Spar- oder Wertpapierkonten

dd) Beschaffung der zur Gründung, zum Betrieb oder zur Verwaltung von Gesellschaften erforderlichen Mittel

ee) Gründung, Betrieb oder Verwaltung von Treuhandgesellschaften, Gesellschaften oder ähnlichen Strukturen oder

[…] im Namen und auf Rechnung des Mandanten Finanz- oder Immobilientransaktionen durchführen.“

Zudem sind verpflichtet im Sinne des Geldwäschegesetzes: Rechtsbeistände, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Steuerberater und Steuerbevollmächtigte

Als Dienstleister für Gesellschaften und für Treuhandvermögen oder Treuhänder sind Sie zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verpflichtet, wenn Sie für Dritte eine der folgenden Dienstleistungen erbringen (gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 13 GwG)

„[…]       a) Gründung einer juristischen Person oder Personengesellschaft,

b) Ausübung der Leitungs- oder Geschäftsführungsfunktion einer juristischen Person oder einer Personengesellschaft, Ausübung der Funktion eines Gesellschafters einer Personengesellschaft oder Ausübung einer vergleichbaren Funktion,

c) Bereitstellung eines Sitzes, einer Geschäfts-, Verwaltungs- oder Postadresse und anderer damit zusammenhängender Dienstleistungen für eine juristische Person, für eine Personengesellschaft oder für eine Rechtsgestaltung nach § 3 Abs. 3,

d) Ausübung der Funktion eines Treuhänders für eine Rechtsgestaltung nach § 3 Abs. 3,

e) Ausübung der Funktion eines nominellen Anteilseigners für eine andere Person, bei der es sich nicht um eine auf einem organisierten Markt notierte Gesellschaft nach § 2 Absatz 5 des Wertpapierhandelsgesetzes handelt, die den Gemeinschaftsrecht entsprechenden Transparenzanforderungen im Hinblick auf Stimmrechtsanteile oder gleichwertigen internationalen Standards unterliegt,

f) Schaffung der Möglichkeit für eine andere Person, die in den Buchstaben b, d und e genannten Funktionen auszuüben."

Als ein dem Verpflichtetenkreis der beratenden Berufe Zugehöriger sind Sie zu folgenden betriebsinternen Maßnahmen verpflichtet:

  • Einrichtung eines wirksamen Risikomanagements, d.h. Implementierung entsprechender Prüfprozesse und standardisierter Workflows

  • Befähigung Ihrer Mitarbeiter zur Erkennung und Vermeidung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

  • Kontinuierliche Überprüfung der Zuverlässigkeit Ihrer Mitarbeiter im Hinblick auf Kenntnis und Einhaltung der eingerichteten Sicherheitsmaßnahmen

  • Ggf. Bestellung eines Geldwäschebeauftragten

Folgende kundenbezogenen Sorgfaltspflichten sind sowohl vor Entstehung einer neuen Geschäftsbeziehung als auch während der Unterhaltung der selbigen von Ihnen zu erfüllen:

  • Den Vertragspartner identifizieren

  • Den wirtschaftlich Berechtigten ermitteln

  • Den Hintergrund der Geschäftsbeziehung abklären

  • Die Geschäftsbeziehung kontinuierlich überwachen und im Hinblick auf Ihr Risikomanagements ggf. neu klassifizieren

  • Sämtliche Informationen und Angaben, die Sie in diesem Zusammenhang sammeln, archivieren, um ggf. gegenüber Aufsichtsbehörden jederzeit und allumfassend Auskunft über Ihre erfüllten Sorgfaltspflichten erteilen zu können. (Die für die jeweilige Verpflichtetengruppe zuständige Aufsichtsbehörde finden Sie in § 50 GwG)